FASHION REVOLUTIONÄRE: Fashion Changers

FASHION REVOLUTIONÄRE: Fashion Changers

©Lisa Trage

FASHION REVOLUTIONÄRE: Fashion Changers

Die Ethical Fashion Show steht kurz bevor. Vom 16.01. – 18.01.18 dreht sich im Kraftwerk Berlin wieder alles rund um nachhaltige Mode. Nachdem wir zum ersten Mal im Juli 2017 an der Ethical Fashion Show teilnahmen, freuen wir uns sehr, auch dieses Mal wieder am Start zu sein. Wie wir unseren ersten Besuch dort erlebt haben, könnt ihr in unserem Artikel zur Ethical Fashion Show nachlesen.

Dass uns unser letzter Besuch so positiv in Erinnerung geblieben ist, geht zu einem großen Teil auf das Konto der Fashion Changers. Wahrscheinlich muss man die drei Powerfrauen dahinter niemandem mehr vorstellen. Denn wer verfolgt, was sich in der Fair Fashion Szene tut, kommt an diesen Fashion-Revolutionärinnen nicht vorbei: Vreni von Jäckle&Hösle, Jana von Not Another Woman Mag und Nina von Pink&Green.

 

Fashion Changers – let’s change the fashion game!

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©Hanna Hempel

Kurze Wiederholung: die Fashion Changers organisierten bei den letzten beiden Fashion Shows ein Blogger- und Networking-Event. An zwei von drei Tagen konnten Journalisten, Blogger, Labels oder einfach nur Interessierte in der Fashion Changers Lounge in ungezwungener Atmosphäre aufeinandertreffen. So auch wieder dieses Jahr.

Vor einigen Monaten haben wir Vreni ein wenig über die Fashion Changers und generell die aktuelle Fair Fashion Szene ausgequetscht. Diese Informationen wollen wir dir natürlich nicht vorenthalten! Reden ist Silber, Schweigen ist Gold – das stimmt vor allem dann, wenn man die Chance bekommt, Vorreiterinnen wie den Fashion Changers zu lauschen.

 

Vreni Jäckle Java Marisa Fashion Changers Fashion Revolutionäre

 

Q&A with Vreni Jäckle von den Fashion Changers

Aus welcher Intention heraus entstanden die Fashion Changers?

Ursprünglich begann es mit einem kleinen Bloggertreff, dass das Trio organisiert hatte. Damals noch in eher kleinerem Kreis – doch war das der Anstoß, etwas größeres daraus zu machen. Denn bereits hier merkten die drei, wieviel Spaß es ihnen bereitete, Menschen zusammenzubringen, die für die gleiche Sache brennen und welches Potenzial sich in solchen Zusammenkünften verbirgt.

Networking ist der Schlüsselbegriff – man weiß nie, welche großartigen Dinge sich ergeben,  wenn man verschiedene Persönlichkeiten mit jeweils unterschiedlichem Wissen und Stärken zusammenführt. Die Fashion Changers wollen dafür den bestmöglichen Rahmen schaffen.

Daher war die logische Schlussfolgerung, sich im nächsten Schritt zu vergrößern – seither sind sie bei der Ethical Fashion Show vertreten. Einerseits um Bloggern ein spannendes Event und den Raum zum Networking zu bieten, andererseits, um die Sichtbarkeit fairer Labels zu erhöhen.

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©Hanna Hempel

Beispielsweise können sich Blogger aus bereitgestellten Fair Fashion Teilen ein Outfit zusammenstellen und sich so direkt ablichten lassen. Der Blogger bekommt so schöne Fotos für den eigenen Social Media Auftritt und unterstützt somit ein faires Label seiner Wahl. Macht nicht nur Spaß, sondern ist am Ende eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Wie geht es mit den Fashion Changers weiter?

Als wir Vreni vor einiger Zeit mit unseren Fragen löcherten, wollte sie auf die Frage nach der Zukunft der Fashion Changers noch nicht zuviel vorwegnehmen. Fest steht: sie haben noch einiges vor! Mehr Events, viele spannende Locations und nach wie vor das Wichtigste von allem: Menschen die Plattform zum Austausch bieten und die Fair Fashion Szene voran bringen.

Zwischen der letzten und der kommenden Ethical Fashion Show war es auch alles andere als ruhig um das Power-Trio. Erst vor kurzem haben sie in Kooperation mit Myrka Studios ein selbst designtes Shirt auf den Markt gebracht.

Das weiße Shirt mit dem Aufdruck “FASHION CHANGER” verbessert nicht nur den ökologischen Fußabdruck im eigenen Kleiderschrank, sondern sendet auch eine klare Message und unterstreicht die eigene Einstellung. Finden könnt ihr das Statement-Shirt im Shop von Myrka Studios.

Wo liegt das größte Potenzial, die Modeindustrie nachhaltig zu ändern?

1. Auch hier bekommen wir ganz klar die Antwort: Networking, Networking, Networking. Leute zusammenbringen, um Gedanken auszutauschen. Über eigene Projekte oder Ideen reden – seien sie noch so unausgereift oder (noch) nicht umsetzbar.

Die eigenen Ideen nicht zu teilen ist verschwendetes Potenzial. Denn mit Leidenschaft über ein eigenes Vorhaben zu sprechen, bringt einem mehr Impulse von Außen ein als man denken mag! Seien es konkrete Hilfestellungen, neu hergestellte Kontakte oder einfach nur Denkanstöße – es kommt immer etwas hilfreiches dabei raus. Konkurrenzdenken (“Jemand könnte mir meine Idee klauen!”) ist völlig kontraproduktiv. Wenn es um einen guten Zweck geht, nochmal mehr.

Jana Braumüller Java Marisa Fashion Changers Fashion Revolutionäre

 

2. Mehr Sichtbarkeit und Verfügbarkeit nachhaltiger Labels. Soll heißen, man muss es dem Konsumenten leichter machen, an faire Mode zu kommen. Sicher befürwortet niemand die negativen Auswirkungen der Fast Fashion Industrie, wenn man danach fragen würde. Dennoch sind Menschen ja eher faul, wenn es darum geht, Gewohnheiten zu ändern. Darum muss man es den Leuten so einfach wie möglich machen, an faire Mode zu kommen.

Konkret hieße das, dass mehr Fair Fashion in den Einzelhandel muss. In Berlin hat sich da schon einiges getan. Generell gibt es in Deutschland aber noch einiges an Nachholbedarf.

3. Auch für den Einzelnen gibt es natürlich Tipps, wie man die Modeindustrie im Alltag nachhaltig ändern kann. Das fängt damit an, sich über das eigene Kaufverhalten bewusst zu werden. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern in kleinen Schritten den Textilkonsum nachhaltiger zu gestalten. Folgende Fragen können dabei helfen: Was kaufe ich? Warum? Brauch ich das? Wo kommt es her? Macht es mich glücklich? Wie oft werde ich es tragen?

Das eigene Kaufverhalten zu reflektieren ist das A und O. Wenn man sich diese Fragen ehrlich beantwortet, führt es einen auf lange Sicht zu einem nachhaltigeren Textilkonsum. Möglicherweise sogar so weit, dass man lieber weniger, dafür hochwertigere Kleidungsstücke kauft. Und zum Beispiel in tolle Materialien investiert, die sich super auf der Haut anfühlen und an denen man lange Freude hat.

Nina Lorenzen Java Marisa Fashion Changers Fashion Revolutionäre

 

Wer nur noch faire Label unterstützen will, aber nicht die Muse hat, sich in der Tiefe damit auseinanderzusetzen, dem gibt Vreni den folgenden Tipp: einfach auf die Siegel “GOTS”, “Fairtrade” und “Fair Wear Foundation” achten. Mit diesen ist man auf der sicheren Seite.

Mehr über diese und andere Siegel erfährst du in unserem Artikel über Textilsiegel.

Einen letzten Ratschlag hat Vreni nicht nur für diejenigen, die öfter mal knapp bei Kasse sind. Vintage und Second Hand shopping! Ist nicht nur günstiger als Neuware, oft findet man alte Sachen auch in sehr guter Qualität. Noch dazu ist es wesentlich individueller als Stangenware und schont Umwelt und Ressourcen.

Nach wie vor ist Second Hand zu einzukaufen die nachhaltigste Form des Textilkonsums. Denn man schenkt einem Kleidungsstück, das schon vorhanden ist, ein zweites Leben. Ohne den indirekten Energie- und Ressourcenaufwand, die Neuware zwangsläufig mit sich bringt.

 

Fashion Changers – denn zusammen kann man mehr erreichen

Wir schließen uns der Meinung von Vreni, Jana und Nina an: die Fair Fashion Szene muss sich, auf allen Ebenen, viel stärker vernetzen und noch enger zusammenrücken. Denn, so war das schon immer, zusammen kann man mehr erreichen.

Wir sind schon gespannt, was uns kommende Woche in der Fashion Changers Lounge erwartet und werden natürlich davon berichten!

 

 

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