How to Fair Fashion: Fast Fashion vs Fair Fashion - Ja! Deine Kaufentscheidung macht einen Unterschied

How to Fair Fashion: Fast Fashion vs Fair Fashion - Ja! Deine Kaufentscheidung macht einen Unterschied

How to Fair Fashion: Fast Fashion vs Fair Fashion – Ja! Deine Kaufentscheidung macht einen Unterschied

 

“Fair Fashion? – Ist ja alles schön und gut, aber ich will nunmal nicht wie ‘ne Eso-Öko-Mutti rumlaufen!”

 

So oder so ähnlich klingt es, wenn man sich mit Leuten unterhält, die sich nicht großartig mit fairer Mode auseinandergesetzt haben. Bis vor noch gar nicht allzu langer Zeit, haben auch wir so über Fair Fashion geredet. Zugegeben, es hat durchaus auch seinen Grund, warum es sich in den Köpfen so hartnäckig hält, der Begriff “Fair Fashion” würde das Wort “Fashion” nicht verdienen.

Zum Glück hat faire Mode nun ja schon einen langen Weg hinter sich, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mittlerweile wird jeder Kleidungsstil ausreichend bedient. Wo liegt nun also das Problem? Die meisten führen immer noch das Argument “Fair Fashion kann ich mir nicht leisten” auf. Wenn du nicht gerade ein Teenager mit 15€ Taschengeld pro Monat bist, können wir das allerdings auch widerlegen! Nachzulesen in unseren “5 Fuck Fast Fashion Facts”.

Fast Fashion vs slow fashion

Damit sind zwei der Hauptargumente gegen die Entscheidung, Fair Fashion zu kaufen, entkräftet. Eine der letzten Argumente, die die eigene Kaufentscheidung rechtfertigen soll, ist die Behauptung, dass es doch eh keinen Unterschied macht, wenn eine einzelne Person keine Fast Fashion mehr kauft. Stimmt, zumindest wenn jeder so denkt. Dies ist zum Glück ja nicht der Fall. Es macht aber sehr wohl einen Unterschied – sowohl als Einzelner, natürlich aber vor allem in der Gruppe.

Daher fassen wir in diesem Beitrag nochmal die Hard Facts zusammen. Warum es wichtig ist, die Fair Fashion Szene zu supporten und weiter auszubauen und warum es keinen vernünftigen Grund gibt, weiter massig Geld in die Fast Fashion Industrie zu stopfen.

Zur Wiederholung: Nachhaltigkeit und Fairness in der Textilindustrie

Im Prinzip weiß jeder bescheid – die Fast Fashion Industrie schadet Mensch und Umwelt. Was genau das bedeutet, kannst du hier kurz und knapp nachlesen:

Zeuge A: der Mensch

Genauer gesagt, die Näher, Färber, Baumwollbauern und und und! Die Arbeiter, die am untersten Ende der textilen Produktionskette stehen, sind in der Fast Fashion Industrie die Leidtragenden.

Angefangen von Hungerlöhnen, endlos langen Arbeitstagen, keinen ausreichenden Ruhepausen während und zwischen den Schichten (an Urlaub ist erst gar nicht zu denken), bis hin zu schlechten Arbeitsplatzbedingungen. Dazu gehört das Ausgesetztsein und das Arbeiten mit giftigen Stoffen, oder generell unsichere Arbeitsplätze, wie baufällige Gebäude.

Das sind die Aspekte, die wir hier im Westen am ehesten mitbekommen – und diese stellen lediglich einen Auszug der Belastungen dar. Das beispielsweise Näherinnen mit Schlägen durch Aufseher rechnen müssen, wenn sie nicht schnell genug arbeiten oder gar eine kleine Pause machen wollen, stellt in vielen Betrieben wohl eher die Regel als die Ausnahme dar.

Zeuge B – die Umwelt

Wie oben schon angesprochen, werden in der Kleiderproduktion aus den verschiedensten Gründen giftige Chemikalien eingesetzt. Nötig sind dabei eigentlich keine. Doch wenn am Ende natürlich nur der Profit zählt, werden diese Gifte unumgänglich. Das heißt möglichst billige Produktion mit größtmöglichem Gewinn – auf Kosten von Mensch und Umwelt. Oder in einem Wort zusammengefasst: Fast Fashion.

Fast Fashion vs slow fashion

Am schlimmsten steht es in den Produktionsländern um die wertvollste aller Ressourcen: Wasser. Vergiftete Flüsse und Seen – was eigentlich kostbares Trinkwasser sein sollte, macht nun krank. Generell ist der Wasserverbrauch in der Textilproduktion enorm hoch – in einigen, sowieso schon wasserarmen Gebieten fatal. Und sogar ins Meer werden Fabrikabwässer geleitet, inklusive Chemiecocktail natürlich.

Skandale in der Textilindustrie – eine klitzekleine Übersicht

2006: Bangladesch, Chittagong – 84 Tote, Brand + blockierte Notausgänge

2012: Pakistan, Karatschi – 289 Tote, Brand

2012 Bangladesch, Dhaka – 117 Tote, Brand

2013: Bangladesch, Sabhar – 1135 Tote, Gebäudeeinsturz (Rana Plaza)

2017: Bangladesch, Dhaka – 13 Tote, Explosion eines Boilers

Fair Fashion – Der Unterschied

Nachhaltig orientierte Unternehmen setzen auf allen Ebenen der textilen Produktionskette auf faire, sichere Arbeitsbedingungen und wollen die Auswirkungen auf die Umwelt möglichst gering halten. So werden weder Menschen wie Sklaven ausgebeutet, noch wird ihre Heimat durch die Produktion verschmutzt. Fair Fashion muss zwangsläufig Fast Fashion verdrängen – besser früher als später! Denn ewig wird es so nicht funktionieren.

Support your local fair fashion dealer

Damit meinen wir natürlich nicht, dass du nur noch in deiner Stadt faire Mode kaufen solltest. Das mag in Berlin zwar funktionieren, aber nicht in Hintertupfingen. Nein – was wir meinen, ist, dass es durchaus einen Unterschied macht, wenn du einem Fair Fashion Brand bei deiner Kaufentscheidung den Vorzug zu Fast Fashion gibst.

Damit trägst du direkt zum Erhalt des Labels bei, generierst Nachfrage nach fair produzierter Mode und belastest dein Karma Konto nicht weiter mit den Produktionssünden der Fast Fashion Industrie.

Sharing is caring!

Auch durch das Vernetzen mit der Fair Fashion Szene kannst du diese direkt supporten. Überlegt man nur einmal, welche Reichweite bekannte Influencer heutzutage haben, wird schnell klar, dass damit auch ein riesiger Einfluss einhergeht. Social Media ist das Stichwort – dort werden Trends geboren, verbreitet und adaptiert. Und wenn ein schlichtes weißes Levis-Shirt auf diese Weise einen Hype auslösen kann, warum dann nicht Fair Fashion. Zumindest wäre das mal wirklich ein Trend, bei dem wir die Massennachahmung begrüßen würden.

Fast Fashion vs slow fashion

Je erfolgreicher man auf Instagram und Co. ist, desto mehr Menschen gibt es, die sich dadurch beeinflussen lassen und zum Vorbild nehmen. Daher ist es extrem wichtig solche Personen, Unternehmen oder Kollaborationen zu unterstützen. Jedes Like, jeder Kommentar ist für die Außenwirkung (oder den Instagram-Algorithmus) goldwert.

Kleiner Tipp: Falls du sie nicht schon längst kennst, schau doch mal bei den Fashion Changers vorbei. Die drei Powerfrauen dahinter arbeiten hart daran, die Fair Fashion Szene noch enger zu verknüpfen und sind nicht mehr daraus wegzudenken!

Den Einfluss, den wir alle nehmen können – Weil jede Kaufentscheidung einen Unterschied macht

Wenn Leute zu dem Thema, scheinbar resigniert, behaupten: das eigene Kaufverhalten wäre ja eh bloß ein Tropfen auf dem heißen Stein, können wir ehrlich gesagt nur mit dem Kopf schütteln. Jede gute Idee fängt mal klein an. Wir unterschätzen unsere Macht als Konsumenten gewaltig.

Bestes Beispiel: das mittlerweile echt stark gewachsene Angebot an veganen Produkten! Heute längst nichts Exotisches mehr, sah das vor 10 Jahren noch völlig anders aus. Hier hat eindeutig die Nachfrage das Angebot bestimmt. Und mit wachsendem Angebot sicher noch den ein oder anderen mit ins Boot geholt. Sicher argumentieren speziell beim Thema Vegan, dass es nur ein Trend ist. Das mag sein. Doch wäre das doch mal ein guter Trend. Zudem hat es geholfen, das Thema ein breiteren Masse zugänglich zu machen und in gewisser Hinsicht auch „sozial akzeptierter“.

Warum sollte das so nicht also auch bei Kleidung funktionieren können?

Fast Fashion vs slow fashion

Jede einzelne Kaufentscheidung macht einen Unterschied. In den Kommentaren zu einem Fast Fashion Beitrag von Fairfetzt habe ich dazu eine schöne Aussage entdeckt:

“Wenn du 1000 Seesterne am Strand entdeckst, und du wirfst nur einen wieder ins Meer, dann macht es genau für den einen Seestern enorm viel aus.”

In diesem Sinne – happy fair shopping!

 

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2 Kommentare
  1. Danke für den super informativen und aussagekräftigen Artikel. Ich bin ganz klar deiner Meinung: jede und jeder von uns kann mit seiner/ihrer Kaufentscheidung zu mehr Nachhaltigkeit beitragen und Menschen und Umwelt schützen. In unserem kapitalistischem System bestimmt nun mal die Nachfrage das Angebot. Umso mehr Menschen nach fairer Mode nachfragen, umso eher müssen die Unternehmen Umdenken und ihr Angebot dementsprechend ausrichten. Ich finde auch, gemeinsam können wir mehr erreichen und die Menschen überzeugen 😉

    1. Hallo liebe Cordula,
      ganz genau so ist es! Jetzt müssen nur noch mehr Menschen so denken 🙂 Jede Stimme zählt! Es ist immer schön sich mit Menschen austauschen zu können, die ähnlich denken.
      Danke für deinen lieben Kommentar! <3
      Sonnige Grüße
      Eva und Jaimie

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