How to Fair Fashion: Nachhaltig waschen + DIY

How to Fair Fashion: Nachhaltig waschen + DIY

How to Fair Fashion: Nachhaltig waschen + DIY

Wenn es um faire Mode geht, fallen oft Themen rund um Produktion und Herstellungsbedingungen auf der einen Seite, sowie (Nicht-)Konsum auf der anderen Seite . Beides sind natürlich Aspekte, bei denen wir als Käufer beeinflussen können, wie sich das auf unserem “Nachhaltigkeits-Konto” macht.

Doch neben den Entscheidungen, was wir kaufen, wo wir kaufen und wie viel wir kaufen, gibt es noch andere Bereiche in unserem Alltag, in dem wir im Umgang mit Textilien nachhaltig handeln können. Deshalb geht es in diesem Beitrag darum, wie du deine Kleidung nachhaltig waschen kannst.

Du wirst merken, dass die nachfolgenden Tipps nicht nur die Umwelt, sondern sowohl deinen Geldbeutel, als auch deine Kleidung schonen werden!

Waschen – kann man da überhaupt viel falsch machen?

Das lässt sich einfach mit einem ganz klaren JA beantworten. Zumindest wenn man die Natur liebt und auf eine nachhaltige Lebensweise Wert legt. Denn die ersten Entscheidungen fangen bereits lange vor dem Waschen selbst an: nämlich beim Einkauf. Sowohl beim Inhalt als auch bei der Verpackung kann man schon im Sinne der Nachhaltigkeit handeln.

Nachhaltig waschen leicht gemacht

Step 1 – Einkauf

Wenn du das nächste Mal Waschmittel kaufst, schau dir die verschiedenen Verpackungsarten unterschiedlicher Hersteller an. Dir wird bestimmt schnell auffallen, das einige Produkte deutlich mehr Verpackungsmaterial haben als andere.

Deutschland hat im Europavergleich übrigens den höchsten Verbrauch an Plastik – ganze 11,7 Tonnen. Pro Kopf und Jahr fallen hierzulande 37 kg reiner Plastikmüll an!

Das ist also der erste Schritt, den man beachten kann, wenn man nachhaltig waschen möchte. Denn mehr Verpackung bedeutet auch mehr Plastikmüll, der im schlechtesten Fall in unseren Gewässern landet. Das kann auch der Fall sein, wenn wir auf eine ordentlich Trennung und Entsorgung achten. Leider! Die Prognose für 2050 lautet, dass dreimal mehr Plastik im Meer schwimmen wird, als Fische. Mehr Plastik-bezogene Fakten findest du auf careelite.de.

Der zweite Schritt ist, den Inhalt zu checken. Eco-Waschmittel sind ganz klar den konventionellen vorzuziehen, da sie von vornherein umweltfreundlicher sind und das Abwasser weniger belasten. Unabhängig davon sind Waschmittel mit Mikroplastik zu meiden – wie oben schon erwähnt, sollten wir unser Ökosystem nicht noch mehr mit Plastik vergiften. Vor allem wenn es unnötig und ganz leicht vermeidbar ist.

Augen auf auch beim Kauf von Weichspülern! Viele enthalten tierische Inhaltsstoffe! Und brauchen wir das wirklich in unserem Waschmittel??

Step 2 – Womit wasche ich?

Waschnüsse- How to: Nachhaltig Wäsche waschen. Ökologisches Waschmittel

Hier hast du nun verschiedene Optionen. Die einfachste ist natürlich, ein plastikfreies, ökologisches Waschmittel zu kaufen. Doch es geht noch umweltfreundlicher!

So kannst du, statt normalem Waschmittel, auch Waschnüsse kaufen. Diese sind naturbelassen, schaden also nicht der Umwelt und haben eine durchschnittliche Waschkraft. Noch dazu kommen sie ohne großartiges Verpackungsmaterial aus und sind sehr ergiebig, da sie mehrmals verwendbar sind.

Lediglich stärkere Verschmutzungen müssen vorbehandelt werden. Auch für weiße Wäsche sollte man eine Alternative haben, da die Waschnüsse diese nicht “strahlend weiß” bekommt. Zum Beispiel unser DIY Waschmittel!

Bist du ganz engagiert wenn es ums Thema nachhaltig waschen geht? Dann versuchs doch mal mit einem selbst hergestellten Waschmittel. Wir haben ein tolles DIY Waschmittel für dich herausgesucht. Weiter unten findest du die Anleitung dazu!

Step 3 – Wieviel Waschmittel ist wirklich nötig?

“Viel hilft viel” oder “weniger ist mehr”? Bei der Dosierung des Waschmittels scheiden sich die Geister. Aus meiner Zeit, als ich als Studentin in einem Waschsalon gearbeitet habe und durch jahrelanges Leben in WG’s weiß ich, dass die meisten Leute viel zu viel Waschmittel pro Ladung verwenden. Wahrscheinlich mit der Absicht, dass die Wäsche so “noch sauberer” wird.

Dabei ist das bei der Effizienz heutiger Waschmittel die reinste Verschwendung – und Wasserbelastung. In der Regel geben die Hersteller immer eine Empfehlung für die Dosierung mit auf die Verpackung. Mehr ist sicher nicht nötig, im Gegenteil. Eine geringere Dosis reicht in den meisten Fällen auch aus. “Noch sauberer” kann Wäsche durch eine höhere Dosierung also nicht werden. Sauber ist schließlich sauber. Und so kippt man lediglich sein Geld in den Abguss.

Step 4 – Wie oft Waschen? Wie voll darf die Maschine sein?

Auch die Beladung der Maschine kann einen großen Unterschied machen. Eine nur halb voll gefüllte Maschine benötigt so viel Energie und Wasser wie eine voll beladene Maschine. Es erklärt sich also von selbst, dass man erst waschen sollte, wenn man die Waschmaschine wirklich voll bekommt. Dadurch muss auch seltener gewaschen werden.

Die Maschine darf ruhig bis oben hin gefüllt sein. Der Inhalt sollte nur nicht zu gequetscht sein – die Kleidung muss sich in der rotierenden Trommel noch bewegen können.

Ab wann muss ein Kleidungsstück in die Wäsche? Solange es nicht verschmutzt ist oder stinkt, gibt es keinen Grund, die Kleidung in die Wäsche zu werfen. Es stinkt zwar nicht und hat auch keine Flecken, du hast es aber schon ein paar Mal getragen? Dann zurück damit in den Schrank!

Step 5 – Welche Temperatur beim Waschen?

Auch die Temperatur spielt eine Rolle, wenn du möglichst nachhaltig waschen möchtest. Generell solltest du natürlich erstmal nicht die vom Hersteller empfohlene Temperatur überschreiten. Sonst läufst du Gefahr, dass deine Kleidung Schäden nimmt.

Deine Kleidung bei kälteren Temperaturen zu waschen, schadet ihnen dagegen keineswegs. Normale Alltagskleidung kann problemlos bei 20-30 Grad gewaschen werden. Mehr ist nicht nötig!

Auch Kochwäsche muss maximal bei 60 Grad gewaschen werden. Höhere Temperaturen sind nur in seltenen Ausnahmefällen nötig – zum Beispiel bei ansteckenden Krankheiten. Ca. einmal im Monat solltest du trotzdem bei 60 Grad waschen, um die Keimbildung in deiner Maschine zu verhindern.

DIY – Nachhaltig waschen mit Omas Geheimwaffen!

Ein tolles, umweltfreundliches Waschmittel kannst du mit wenigen, kostengünstigen Zutaten aus der Drogerie ganz einfach selbst herstellen. Doch zunächst einmal: im Prinzip reicht es bei normal verschmutzter Wäsche aus, anstelle von Waschmittel einfach 4-8 EL Waschsoda (je nach Wasserhärte) in die Maschine zu geben. Schon so wird deine Wäsche sauber!

 

How to: Nachhaltiges Wäsche waschen. Anleitung Waschmittel zum selber machen

 

Für eine stärkere Waschkraft und speziell für weiße Wäsche empfiehlt sich dann unser DIY-Waschmittel.

Dazu benötigst du:

  • 100g Spülmaschinensalz
  • 100g Kernseife
  • 150g Soda (wichtig: in Pulverform)
  • 150g Natron
  • 10-20 Tropfen ätherisches Öl

Für weiße Wäsche zusätzlich:

  • 100-150g Zitronensäure

Die Herstellung ist ganz einfach und geht schnell. Du musst lediglich die Kernseife mit einer Küchenreibe klein reiben und mit den anderen Zutaten mischen. Fertig! Das Waschpulver wird am besten in einem luftdichten Glas aufbewahrt. Das ätherische Öl ist übrigens optional, da das Waschpulver geruchsneutral ist.

Pro Waschladung benötigst du 1-2 EL deines selbst hergestellten Waschmittels. Bei stärkeren Verschmutzungen gegebenenfalls etwas mehr.

Stellst du das Waschpulver für weiße Wäsche mit der zusätzlichen Zitronensäure her, solltest du dieses auch wirklich nur für weiße Wäsche benutzen. Die Zitronensäure wirkt nämlich nicht nur als Wasserenthärter, sondern hat auch eine bleichende Wirkung. Für bunte und dunkle Wäsche also weniger geeignet.

Das Rezept haben wir übrigens in “Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie” gefunden. Dort gibt es noch viele weitere Rezepte für Putzmittel, Weichspüler, Gesichtsmasken und vielem mehr! Alles auf der Basis von Kernseife, Natron und Soda. Ein wirklich toller Ratgeber. Nach und nach wollen wir viele Haushaltsprodukte, gerade Putzmittel, durch selbst hergestellte ersetzen.

How to: Nachhaltiges Wäsche waschen. Anleitung Waschmittel zum selber machen

Noch ein weiterer Tipp aus dem Buch: Möchtest du auf den Effekt eines Weichspülers nicht verzichten, aber keinen kaufen, kannst du stattdessen einfach ein wenig Essig mit in die Maschine geben! Dieser macht die Wäsche weicher und verhindert, dass Seifenreste an der Kleidung haften bleibt.

Nachhaltig waschen – noch fragen?

Selbst wenn nur einige Punkte aus dieser Zusammenfassung umgesetzt werden, macht es für die Umwelt schon einen gewaltigen Unterschied. Jeder Schritt im Alltag, der unsere Gewässer entlastet, ist besser als keiner. Auch wir arbeiten noch daran un stetig zu verbessern.

Mit der Wahl eines umweltfreundlichen Waschmittels ist schon viel getan – probierst du unser DIY Waschmittel aus, wirst du merken, wie gut die Waschwirkung ist! Ganz ohne Chemiekeule und hohe Kosten.

 

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