How to Fair Fashion: Wie erkennst du faire Labels?

How to Fair Fashion: Wie erkennst du faire Labels?

How to Fair Fashion – Wie erkenne ich faire Labels?

Labels gibt es wie Sand am Meer. Mittlerweile muss sich auch die Auswahl an fairen Labels nicht mehr verstecken, für jeden Geschmack dürfte etwas dabei sein. Einige faire Label haben wir bereits schon in Beiträgen vorgestellt. Unser absoluter Style-Klassiker ist hier der Rucksack Brave von Matt&Nat.

Leider gibt es aber auch in dieser Szene immer wieder schwarze Schafe, die nur auf den grünen Zug mit aufspringen und dir genau das erzählen, was du hören möchtest! Das sogenannte Greenwashing ist sozusagen schon salontauglich. In unserem Beitrag H&M Recycling – gute Sache oder reines Greenwashing?, haben wir schon einmal darüber gesprochen und ein Paradebeispiel par excellence vorgestellt, was Verblendung anbelangt.

Das ist uns leider selbst auch schon passiert. Auch wir sind auf solche Strategien verschiedener Unternehmen hereingefallen und man ärgert sich im Nachhinein unheimlich darüber. Nicht nur, weil man dann ein nicht faires Label unterstützt hat, sondern auch, weil man sich echt „hintergangen“ und für blöd verkauft fühlt. Also Augen auf beim Kleiderkauf.

 

Java Marisa-Faire Labels How to fair fashion Daniela Salazar Wunderwerk

Die Großen vs. die Kleinen

Zunächst einmal spielt es keine Rolle, wie groß ein faires Label ist, oder in welcher Stückzahl es produziert. „Stangenware“ kann genauso fair produziert sein wie Kleidungsstücke von kleinen fairen Labels, die beispielsweise individuelle Einzelstücke fertigen. Die Frage ist also nur, ob es sich bei den Kleidungsstücken um nachhaltig produzierte Ware handelt oder ob man besser die Finger davon lässt.

Auch solltest du dich fragen, wie du „fair“ für dich definierst. Wir als Slow Fashion Blogger finden es zum Beispiel auch fair, wenn aus alten Kleidungsstücken, die nicht fair produziert wurden, ein neues Kleidungsstück entsteht. Stichwort: Upcycling!

Worauf ist bei den jeweiligen Unternehmensformen zu achten? Da beide Formen strukturell völlig anders organisiert sind und andere Möglichkeiten und Einschränkungen haben, ergeben sich auch ganz unterschiedliche Vor- und Nachteile. Sucht man als Verbraucher nun also faire Labels, kann man aus einer Vielzahl an Angeboten wählen und eine für sich passende Alternative finden.

 

 

Große faire Labels

Größere faire Labels wie zum Beispiel ARMEDANGELS achten meist darauf, für den Käufer möglichst transparent zu sein. Eine große Hilfe dabei sind unabhängige Textilsiegel. Die gängigsten Textilsiegel findest du in unserem ersten Teil von „How to Fair Fashion“.
Unternehmen müssen festgelegte Kriterien eines jeweiligen Siegels erfüllen, um dieses zu erhalten. Je nach Siegel muss ein Unternehmen Auflagen einhalten, die Bereiche wie Umweltschutz, Arbeitssicherheit oder Arbeitnehmerrechte abdecken. Wenn ein Kleidungstück das Siegel von GOTS (Global Organic Textile Standard) trägt, kannst du nicht viel falsch machen.
Unsere Lieblinge an großen faire Labels, die mit Siegeln arbeiten, sind unter anderem, wie bereits erwähnt, ARMEDANGELS, die sich gleich mit drei Siegeln schmücken, Jan ‘n June, ebenfalls mehrfach zertifiziert und Wunderwerk.

Das Shirt, welches Eva auf den Bildern trägt ist übrigens von Wunderwerk und du findest es im Onlineshop. Darüber hinaus gibt es natürlich noch viele weitere faire Labels.Ob ein faires Label mit Textil Siegeln zusammenarbeitet, ist auch nicht schwer herauszufinden, da sie das ja meistens nicht gerade verstecken. Auf den Websites der jeweiligen fairen Labels findest du in der Regel alle Informationen über die erworbenen Textilsiegel des Unternehmens.

 

 

Kleine faire Labels

Kleinere Unternehmen haben es meist schwieriger zu belegen, dass sie nachhaltig produzieren, da sie durch keine Siegel zertifiziert sind. Dafür sind sie für dich als Kunde aber auch nahbarer als die großen fairen Labels. Einige faire Labels stellen ihre Produkte in kleinen Läden aus, in denen sie oftmals auch selbst arbeiten und produzieren. Das ist für dich die optimale Gelegenheit, die Hersteller selbst nach der Herkunft der Materialien usw. zu fragen.
Die Gefahr hierbei besteht, dass dir der Verkäufer dann genau das erzählt, was du hören willst. Gerade wenn sie merken, dass das über Kauf oder Nicht-Kauf entscheidet. Aber wir wollen jetzt mal an das Gute im Menschen glauben und gehen davon aus, dass dich keiner an der Nase herumführen mag.

Wie ihr aber unabhängig von den Aussagen des Verkäufers oder Designers Rückschlüsse darauf ziehen könnt, ob die Ware als Fair Fashion durchgeht, bieten folgende Überlegungen:

Wie oft ist ein und dasselbe Kleidungsstück vorhanden? Schau dich im Laden um, eine hohe Stückzahl hinterlässt bei uns immer eher den Eindruck, dass es ein “Zukauf” ist. Und das macht es wieder schwerer nachvollziehbar, inwieweit diese nachhaltig produziert wurden. Fallen dir also Kleidungsstücke auf, die mehrmals aus demselben Material in derselben Farbe verfügbar sind, hake besonders genau nach oder schau ob die Kleidungsstücke wirklich von Hand genäht wurden. Umgekehrt kann ein Designer natürlich auch neue Stoffe aus nachhaltiger, fair produzierender Quelle beziehen, ohne aber durch ein Siegel zertifiziert zu sein!
Ein schönes Beispiel hier ist die Mode von Daniela Salazar. Sie ist genau solch ein kleines faires Label, welches ausschließlich mit umweltfreundlichen Stoffen arbeitet. Der Mantel und die Hose, welche du auf den Bilder siehst wurden von ihr für diesen Beitrag gestellt. Nähere Informationen zu diesem Outfit findest du am Ende dieses Beitrages.

In einem Slow Fashion Laden, in dem viele Einzelstücke zu sehen sind, kannst du eher davon ausgehen, dass hierfür zum Beispiel (recycelte) Stoffreste oder umgeschneiderte Flohmarktfunde, aber auch Resteinkäufe von fairen Stoffen verwendet wurden. Natürlich ist das auch kein 100% zuverlässiges Kriterium. Auch hier muss man sich letztendlich auf die Aussagen des Verkäufers verlassen.

 

 

Ob klein oder groß – Hauptsache fair für Alle.

Eine gewisse Vertrauensbasis muss beim Einkauf bei kleinen fairen Labels beziehungsweise Slow Fashion Labels vorausgesetzt werden. Willst du also zu 100% sicher sein, dass du auch tatsächlich ein fair produziertes Kleidungsstück trägst, solltest du dich auf Unternehmen beschränken, die durch Siegel zertifiziert sind. Der Nachteil daran ist, dass kleine faire Labels / Slow Fashion Labels dann nicht unterstützt werden.

Unser Motto: Think Global buy Local. Wir kaufen gerne bei kleinen Labels ein, die sind vielleicht noch nicht 100% fair in ihrer Produktionskette, jedoch weiss man hier auf jeden Fall, dass schon einmal faire Arbeitsbedingungen herrschen, da die Designer selbst die Mode in ihrem Atelier fertigen.

 

Zum Outfit:

Mantel und Culottes

von Daniela Salazar. (Hier Beides in der Größe M getragen)

Der bugunderfarbene Mantel ist aus Hanf und fühlt sich richtig edel auf der Haut an. Er wird zwar als Frühlingsmantel auf der Seite von Daniela Salazar gehandelt, wir finden jedoch, der Mantel ist ein toller Begleiter für den Herbst.

Die graue Culottes ist unser absoluter Liebling des Outfits.
Gefertigt aus 100% Bio Baumwolle und mit kleinen raffinierten Details, hat uns diese Hose absolut überzeugt. Sie ist nicht nur äußerst schick, sondern lässt auch ein ausgedehntes Mittagessen, dank des weiten Schnitts, noch zu.

Die Designerin gründete die gleichnamige Marke 2015 in Berlin. Die Basis der Farben ihrer Designs sind ihre Lateinamerikanischen Wurzeln und die Schnitte sind das Ergebnis der Inspiration, der europäischen Städte in welchen sie schon lebte. Sie verwendet umweltfreundliche Stoffe und ist genau einer dieser kleinen fairen Labels die wir dir definiert haben.

T-Shirt

von Wunderwerk. (Hier in Größe M getragen)
Das weiße T-shirt ist ein perfekter Allrounder und sowas mögen wir ja. Was uns an Wunderwerk besonders gut gefällt sind die tollen Stoffe. Das faire Label wurde 2013 von Heiko Wunder und Tim Brückmann gegründet. Ihrer Meinung nach kann es mit der Umweltverschmutzung, sowie Ausbeutung von Mensch und Natur in der Textilindustrie nicht so weitergehen. Das Ergebnis ist WUNDERWERK.

Die Schuhe

von Matt&Nat (Hier Größe 40)
Unser veganer Klassiker für Fotos. Die Sneakers kann man fast zu allem tragen, nur leider sind sie auch nach mehrmaligen tragen sehr steif. Es empfiehlt sich, an der Ferse von Anfang ein Polster reinzulegen. Jedenfalls bei uns.
Matt&Nat gibt es schon seit 1995 und wurde in Montreal gegründet.Wusstest du für was der Name steht? Wir nicht, aber jetzt. MAT(T)erial and NATure

Die Kleidungsstücke wurden für diesen Beitrag geliehen beziehungsweise eigens gekauft, somit ist dies keine Werbung und auch kein Sponsored Post, sondern einfach nur die Bekanntheitssteigerung toller Marken,Visionen und Menschen.

Die absoluten Fuck-Fastfashion-Facts haben wir für dich natürlich auch schon parat.

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